Ich schwärme für den Herbst. Mal kommt er sonnig, still und warm daher, mal stürmisch, blätterwirbelnd, und mal geheimnisvoll vernebelt mit Rauhreifglitzer. Er ist eine Zeit des Überganges. Der fruchtbare, aufregende, heiße, bunte und energiereiche Sommer ist vorbei, es ziehen geruhsamere kühlere Tage ein.  Ab und zu zieht eine leise Melancholie durchs Herz – zu schnell war der Sommer vorbei. Viele Menschen scheinen sich aus der Natur zurückzuziehen. Im Park, im Wald, am See kannst Du jetzt ganz einsame Momente erleben.

All dies sind die Gesichter dieser wandelbaren Jahreszeit, und deshalb hat sie so viele Farben. Beim Dekorieren kannst Du aus dem Vollen schöpfen, und alles wird zueinanderpassen. Wähle einfach Deine Lieblingsfarben.

Die Farben des Herbstes:

gelb, rot, orange, alle Braunabstufungen, alle Grüntöne, violett = die Blätter, die Früchte, die sich färbenden Wälder, Wiesen und Felder, die Herbstblumen:

oder: weiß, silbrig, grau, schwarz, dunkelbraun, dunkelgrün = die Raben, die nebelverhangene Landschaft, die Kälte, die Vorboten des Winters, Rauhreif auf vertrockneten Blütenständen.

 

Was kannst Du zum Dekorieren nehmen?

– alle Früchte des Herbstes:  Apfel, Quitte, Kürbis, Hagebutten, Physalis, Laternenblumen, getrocknete Getreideähren

– alles aus dem Wald:  Steine, Zapfen, Äste und Zweige von Laub- und Nadelbäumen, Moos, getrocknete Blütenstände und Gräser, Kastanien, Eicheln, Rinde

– Gefäße und Unterlagen:  Blumentöpfe, Körbe, Holzkiste, Tablett, Teller, Kränze (nimm einfach, was Du hast)

– Dazu holst Du Dir einige Heidepflanzen, Silberblattpflanzen und Silberdrahtpflanzen (auf dem Photo ganz rechts), also die typische Herbstbepflanzung (aus Bau- , Gartenmarkt, Blumengeschäft). Dazu baust Du in die Deko Deine eigenen Pflanzen ein, z.B. Alpenveilchen. Es eignen sich auch die Töpfe mit Deinen Sommerblumen, die noch blühen, diese werden einfach mit herbstlichem Material ergänzt.

Beispiel 1 – die Holzkiste:

Beim Aufräumen habe ich neulich diese alte Holzkiste im Garten gefunden. Statt der Kiste geht auch eine Schale, ein flacher Korb, ein Tablett, eine alte Schublade. Wenn das Gefäß (also bei mir die Kiste) wasserempfindlich ist, vorher mit Folie auslegen. Stelle dann zwei Töpfe – einer mit Heide, einer mit Alpenveilchen oder jede beliebige andere Pflanzenkombination – hinein. Die Zwischenräume füllst Du mit Moos aus, damit man die Folie nicht sieht. Dieses findest Du im Wald an feuchteren Stellen, aber nimm bitte immer nur ein kleines bißchen mit.

Als Deko habe ich Zweige mit Zapfen zwischen die Töpfe gesteckt. Und bei der Heide steht eine Fliegenpilzgruppe, die ich mir tatsächlich neu gekauft habe – sie sehen einfach zu schön aus!  :)

Je nach Größe Deines Arrangements kannst Du Äpfel, kleine Kürbisse und Kastanien o.ä. dazulegen.

Man könnte die Zwischen- und Außenränder auch mit Thujazweigen bestecken. Dadurch wird das Ganze optisch vergrößert. Und das sieht dann richtig schön wie Wald aus.

Beispiel 2 – ein größerer bepflanzter Topf:

Der Topf ist im Herbst leer geworden, er beheimatete im Sommer eine Tomatenpflanze. Hier habe ich eine weiße und eine violette Heide und ein Silberblatt nebeneinander gepflanzt.

Nimm einfach so viele Pflanzen, daß es in der jeweiligen Topfgröße schön gefüllt aussieht. Eine Variante wäre hier, in einen Topf, der noch eine schöne Sommerblume beherbergt, einfach etwas Herbstliches dazuzupflanzen. Wenn die Sommerblume vertrocknet ist, kannst Du sie einfach runterschneiden oder vorsichtig auspflanzen.

Als dekorativen Herbstakzent habe ich hier Birkenrinde ergänzt. Sie paßt von der silbrigen Farbe her gut zu dem Silberblatt. Dazu noch einige Zapfen.

Wenn noch viel Erde zu sehen ist, kannst Du sie mit Moos abdecken.

Auch diese Deko ist superschnell und einfach gemacht und sieht wunderschön aus.

Das Beste ist, im Nu wird aus diesen Dekobeispielen eine Weihnachtsdeko, indem Du einfach einige Accessoires austauschst bzw. ergänzt.

Beipiel 3 – bepflanzter Topf mit Windlicht:

Ähnlich dem Vorgängerbeispiel bepflanzt Du ein Gefäß mit Herbstpflanzen. Ich habe hier einen wunderschönen alten Übertopf gefunden, den ich schon ewig nicht benutzt habe. Er paßt von seiner silbrig-grauen Farbe her hervorragend zum Herbst, gerade auch mit den angerosteten Henkeln.

Zwischen den Pflanzen habe ich ein Plätzchen für ein Windlicht freigelassen – ein einfaches Marmeladenglas tut es hier ganz wunderbar. Mach es Dir einfach!  :)

Daneben ist noch Platz für einen kleinen Kürbis aus Keramik.

 

 

 

 

Samhain:

Unsere Ahnen längst vergangener Zeiten haben naturverbunden gelebt, der Rhythmus der Jahreszeiten und der Gestirne bestimmte ihr Leben. Die Natur war für sie von Göttlichkeit geprägt und gelenkt, gleichzeitig kannten sie aus Beobachtung und Aufzeichnung genau den Lauf der Gestirne. Ich finde das gut, es fühlt sich für mich stimmig und lebendig an. Dort, wo es geht, versuche ich, das in mein Leben einzubauen. Deshalb möchte ich Dir hier noch einige Worte zu Samhain, dem herbstlichen Mondfest, mitgeben.

Mitten im Herbst ist das Jahreskreisfest Samhain. Seine Wurzeln gehen weit zurück und finden sich in der irisch-keltischen Tradition, lange Zeit vor der Christianisierung. Es hat sich so eingebürgert, daß es am 31. Oktober, gemeinsam mit dem Reformationstag, der das Ende des Mittelalters markiert, und Halloween, einem in der Neuzeit erfundenen amerikanischen Gruselfest, begangen wird.

Dabei ist Samhain ein Mondfest. Begangen wird es am 11. Neumond nach Yul, also in tiefster, dunkelster Nacht. Es heißt, die Schleier zur Anderswelt seien in dieser Nacht besonders dünn. Unsere Altvorderen, aber auch Naturwesen und Engel, und wir können uns in dieser Nacht besonders leicht begegnen… Das Fest verschiebt sich also mit dem Neumond um einige Tage nach vorn oder hinten und findet nie an einem festen Datum statt. In diesem Jahr (2026) ist z.B. erst am 9. November Neumond.

Samhain ist das dritte und letzte Erntedankfest nach dem Schnitterfest im August (Lughnasadh) und der Tag- und Nachtgleiche im September (Mabon). Symbolhaft stehen dafür Kürbisse, getrocknetes Getreide, Äpfel, Quitten, Kräuter. Der Apfel steht auch für das innere Wissen.

Wir feiern auch unsere Naturverbundenheit und alle Dinge aus der Natur stehen dafür: Eicheln, Kastanien, Zweige, Steine, Gräser, Moos, Zapfen. Eicheln symbolisieren Stärke und Erdung.

All diese Dinge können wir auch auf einem kleinen Ahnenaltar vereinigen, denn Samhain steht auch für das Ahnengedenken. Die geruhsamere und besinnliche Zeit des Jahres beginnt jetzt, wo die Ernte eingebracht ist. Es ist die Zeit, am Feuer zu sitzen, Geschichten zu erzählen und an unsere Altvorderen zu denken. Wir danken ihnen, daß sie gelebt haben, denn nur dadurch dürfen wir heute hier sein. Neben den Gaben aus der Natur stellen wir Lichter auf.

Ein weiteres Symbol, das gut zu Samhain paßt, ist die Triskele (siehe der bemalte Stein im Körbchen). Sie ist das Zeichen für die Dreieinigkeit des Lebens: Werden – Sein – Vergehen zum Neuentstehen. Im Herbst spüren wir deutlich diesen immer wiederkehrenden Rhythmus – das scheinbare Vergehen des Lebens in den fallenden Blättern und den abgeernteten Gärten und Feldern. Das Leben begibt sich aber nur zur Ruhe, um neue Kraft zu schöpfen und im nächsten Jahr Neues entstehen zu lassen.

Genieße den Herbst, und ich wünsche Dir viel Freude bei der Feier dieser wundervollen Jahreszeit und bei Deinen Dekorationen!