„Wer bist Du?“ – das ist die Frage, die ich so manches Mal den Steinen und Strukturen in der Natur stelle. Wirkt der Dreiecksstein mit seinem spitz zulaufenden Gesicht nicht wie ein lebendiges Wesen?

Ihn habe ich in diesen Tagen einmal wieder besucht. (siehe mein Beitrag „Thümmlitz – Natur und alte Steine“) Er befindet sich nördlich der Bungalowsiedlung Erlln, rechts am Waldweg, der nach Norden führt. Wo er wohl hinschaut?

In der kühleren Jahreszeit hat man im Wald den Vorteil, viel mehr zu sehen. Durch fehlendes Laub an den Bäumen und im Winter nicht vorhandenen Unterbewuchs wirkt der Wald durchsichtig und licht. Steine und Bodenstrukturen sind viel besser und schöner sichtbar.

Am Tonteich habe ich einen weiteren alten Steinfreund wieder besucht. Ich war erstaunt, ihn so gut sichtbar und frei vorzufinden. Noch im Sommer war er fast eingewachsen. Die Forstwirtschaft ist zur Zeit im ganzen Wald sehr stark am Wirken. Ich sehe große Lücken, Unterholz verschwindet, und der Baumbestand wirkt licht, zahlreiche Baumstümpfe zeugen von Rodungen. Leider finden sich viele tiefe, breite Fahrzeugspuren im Wald.

Aber hier ist der Steinfreund:

Also, diese Steinplatte hat schon sehr ordentliche Ausmaße. Es gibt keine offizielle Information dazu (auf der Tafel im Bild oben rechts wird der dahinter liegende Tonteich beschrieben). Um so besser können wir unsere Phantasie spielen lassen. Steht sie in irgendeinem Verhältnis zu den mysteriösen Wällen (siehe weiter unten im Artikel) auf der anderen Seite des heutigen Weges? Gehört die Steinplatte zu dem / den ehemaligen Gegenständen, die jetzt unter dem Wall begraben liegen? Vielleicht war sie zu groß und schwer, auch in dem Wall zu verschwinden? Was ist das so genannte „Pulverhaus“ östlich neben dem Tonteich, das auch unter einem Erdwall verschwunden ist? Und das in den modernen Kartensystemen überhaupt nicht mehr erwähnt wird? Übrigens ist auch unsere schöne Steinplatte nicht in den Karten vermerkt.

Mike Zimmermann, ein Dolmenforscher aus Thale, sagt in einem Interview mit Charles Fleischhauer (1, 2), daß die Steine dabei helfen, zu sich zu kommen, die Verbindung zu Mutter Erde und zu sich selbst wieder zu entdecken. Die Verbindung mit dem eigenen Selbst kann zu Heilung, Inspiration, Erfühlen wichtiger Lebensfragen führen. Steine scheinen psychische Wirkung auf uns Menschen zu haben – es stellen sich lebhafte Träume ein, man fühlt sich „neu sortiert“.

Vielleicht eine Idee, sich einmal an oder auf einen Steinfreund zu setzen und ihn in aller Ruhe auf sich einwirken zu lassen?

Ganz in der Nähe sind mir auf der Schummerungkarte längliche, künstlich wirkende Bodenstrukturen, ähnlich Mauern oder Wällen, aufgefallen:

Auf den Photos läßt sich immer nur ein Detail erfassen. Ich bin auf dem Kamm des näher am Weg liegenden Walles die ganze Strecke abgelaufen. Er zieht sich schnurgerade parallel des Weges dahin. Oben auf dem Kamm sind stellenweise Einbuchtungen bzw. Kuhlen vorhanden. Streckenweise sind Steine verschiedenen Ausmaßes zu sehen. Manche schauen wie Felsen heraus, andere wirken wie dort abgeworfen. Die Steine weisen teilweise glatte Kanten und Winkel auf. Der Wall schließt im Osten mit einer nochmal etwas höheren kegelförmigen Erhebung ab. Das ist auch auf der Karte zu erkennen.

Was kann es sein? Hast Du eine Idee?

– Befestigungs- bzw. Schutzanlagen aus dem Krieg (aus welchem?)

– Reste einer Siedlung (von wann?), die zusammengeschoben wurden

– Kompost- und Abfallhaufen der Forstwirtschaft

– frühere Trennung, Grenze o.ä. eines bestimmten Waldabschnittes?

Auf dem Rückweg Richtung Erlln habe ich mit Hilfe eines Hinweises in Form einer Eintragung bei Google Maps noch diesen hübschen kleinen alten Grenzstein entdeckt:

Er ist wirklich so klein, daß ich ihn im Laub fast übersehen hätte. Er steht an der östlichen Kante der Bungalowsiedlung, außen am Bretterzaun im Gestrüpp – keine Chance im Sommer, ihn zu entdecken! Deshalb ist es wirklich eine gute Empfehlung von einem lieben Forscherfreund, solche Touren im Winterhalbjahr zu unternehmen.

Über kommende Ergebnisse zu meinen Rechercheanfragen halte ich Dich auf meinem telegram-Kanal auf dem Laufenden und werde sie hier ergänzen.

Wenn Du mir Deine Gedanken zu den Steinen und Strukturen oder anderen Themen mitteilen möchtest, dann gerne via Mail an info@hobby-kreativ.de

Dies würde mich – wie immer – sehr freuen!

 

Quellen und Inspiration:

(1) Mike Zimmermanns Hausseite: www.lebendigesteinederahnen.de

(2) Mike Zimmermann im Interview bei Charles Fleischhauer auf dem YT-Kanal Nuoviso Files: „Die Macht der Steine – geheimnisvolle Megalithe: Im Gespräch mit Mike“